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Nachteile barrierefreier Websites

Was spricht gegen die Barrierefreiheit im Internet?

Der Umstieg auf ein barrierefreies Internetangebot bringt auch ein paar Nachteile mit sich. Die Nachteile wiegen die Vorteile bei weitem nicht auf und beschränken sich im Wesentlichen auf Nebensächlichkeiten wie beispielsweise die Bequemlichkeit, aber eben auch auf die Kosten.

Handsymbol mit Daumen nach untenDie Kehrseite der Medaille, also der beschriebenen Vorteile barrierefreien Internets, sind ein paar Nachteile, die sich im Wesentlichen aber auf den Arbeitsaufwand beschränken, was natürlich auch mit Kosten verbunden sein kann.

Einige Nachteile, die eigentlich keine Nachteile sondern Erfordernisse sind, finden Sie in den folgenden Ausführungen kurz beschrieben.

Nachteile barrierefreien Internets


Aufwand für den Umstieg auf barrierefreie Websites


Der Arbeitsaufwand für den Umstieg auf ein barrierefreies Internetangebot kann sehr unterschiedlich sein. Je nach Qualität der bereits vorhandenen Internetseiten sind nur ergänzende Eingriffe erforderlich oder aber eine komplette Neuerstellung des gesamten Angebotes.

Neuer Internetauftritt

Bei einem neu zu erstellenden Internetauftritt brauchen Sie sich über Nachteile überhaupt keine Gedanken zu machen, denn in diesem Fall starten Sie ohnehin bei “Null”.

Das heißt, dass aller Aufwand in diesem Fall sowieso entsteht.

Vorhandener, standardkonformer Internetauftritt

Wenn Ihr bereits vorhandener Internetauftritt den Standards des W3C entspricht, ist der Aufwand für einen Umstieg auf die Barrierefreiheit überschaubar bis gering. Da Inhalt und Gestaltung bereits getrennt sind, können Veränderungen der Gestaltung recht schnell erledigt werden.

Lediglich bei der Seitenstruktur (Navigationshilfen) und der Ergänzung der Seiteninhalte ist Feinarbeit erforderlich, denn die Seiteninhalte sind entsprechend der Richtlinien des WAI und der BITV zu ergänzen.

Sollten Sie sich nun auch noch für einen Umstieg von HTML auf XHTML entschließen, wären die Quelltexte dahingehend zu durchforsten und abzuändern.

Der Aufwand hält sich also in Grenzen und könnte sogar vernachlässigbar sein, wenn Sie Ihren Umstieg mit einer ohnehin geplanten Seitenaktualisierung verbinden.

Vorhandener, nicht standardkonformer Internetauftritt

Für den Fall, dass Ihnen der Begriff des Internetstandards bislang nicht geläufig war, ist davon auszugehen, dass die Seiten auch keinem Standard entsprechen werden. Ein weit verbreitetes Phänomen sind beispielsweise noch immer die Internetseiten, die mit Hilfe von Tabellenstrukturen formatiert wurden (Tabellenlayout).

Hier hilft nur eines: von vorn anfangen! Der Aufwand entspricht fast dem einer völlig neu zu entwickelnden Internetpräsentation. Gegenüber einem Neueinstieg haben Sie dennoch einige, wenn auch kleine Vorteile:

  • Ihr Gestaltungskonzept muss nicht neu entworfen werden (d.h. der Quelltext ist auf jeden Fall standardkonform zu überarbeiten),
  • die Inhalte und die sich hieraus ergebende Navigationsstruktur ist bereits bekannt,
  • Sie besitzen bereits die Grundlagen für die Inhalte (Texte und Bilder),
  • die Verzeichnisse können beibehalten werden und
  • die Dokumentverweise behalten so ihre Gültigkeit.
Fazit: den Umstieg mit einer Seitenaktualisierung verbinden

Die Frage nach dem Aufwand für einen Umstieg auf ein barrierefreies Internetangebot lässt sich nicht so einfach beantworten. Je nach Vorleistung kann es recht schnell gehen oder eine Komplettüberarbeitung bedeuten.

Es empfiehlt sich daher, den Umstieg zeitlich so zu planen, dass eine Seitenaktualisierung ohnehin vorgesehen ist, und diese gleich mit erledigt werden kann.

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Erhöhter Aufwand für die Formulierungen der Inhalte


Es reicht nicht aus, die Seiteninhalte aus einem Textdokument heraus einfach zu importieren. Die Inhalte sind standardkonform zu strukturieren und im Sinne der Barrierefreiheit auszuzeichnen.

Sie müssen etwas mehr Feinarbeit leisten, um fremdsprachliche Bereiche, Abkürzungen und Akronyme zu kennzeichnen und ggf. zu beschreiben, und um Bilder auskömmlich zu erläutern.

Mit ein wenig Übung stellt die Auszeichnung des Quelltextes aber keinen wirklichen Nachteil dar.

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Fehleranfälligkeit: Testen, testen und nochmals testen!


Für die Realisierung von barrierefreien Internetangeboten bietet sich insbesondere XHTML für die Quelltexte an. Während Fehler in HTML-Dokumenten von den meisten Browsern in der Darstellung korrigiert werden, wird mit der Wiedergabe von fehlerhaften XHTML-Dokumenten nicht so großzügig verfahren.

So, wie Sie Ihre Seiten auf Rechtschreibungs- und Grammatikfehler hin überprüfen, so ist auch eine Überprüfung der Quelltexte selbst unbedingt anzuraten. Nicht selten vergisst man eine Klammer oder übersieht einen Buchstabendreher.

Für die häufigsten der sich einschleichenden Fehler wird man allmählich betriebsblind. So oft man auch das Korrekturlesen wiederholt, diese Fehler werden konsequent übersehen.

Hilfen bei der Fehlersuche

So wie Sie Ihr Textverarbeitungsprogramm bei der Rechtschreibprüfung tatkräftig unterstützt, so finden Sie auch im Internet Tools, die die Quelltexte unbestechlich nach Fehlern durchforsten.

Angebote zur komfortablen Fehlersuche gibt es beispielsweise auf der W3C-Homepage.

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Barrierefreiheit und die Browser - der Internet Explorer


Mit Tabellenlayouts war scheinbar alles ganz einfach

Zur Gestaltung von Internetseiten wurde und wird auf die Techniken des so genannten Tabellenlayouts zurückgegriffen. Damit wurde erreicht, dass die Internetseiten in so ziemlich jedem Browser gleich aussehen.

Diese Technik gehört eigentlich der Vergangenheit an und hat heute im Webdesign nichts verloren.

Eine standardkonforme und auch barrierefreie Alternative bieten die Möglichkeiten von CSS, mit deren Hilfe die Darstellungen für die verschiedensten Ausgabegeräte definiert werden.

Soweit, so gut! Alle modernen Browser interpretieren standardkonform aufgebaute Internetdukumente auch richtig. Nur der Internet Explorer hielt standardgerechtes Verhalten lange für überflüssig.

Am Internet Explorer kommt man nicht vorbei

Im Browserkrieg Ende der 1990er Jahre konnte sich Microsoft gegenüber Netscape erfolgreich durchsetzen. Ergebnis dieses Erfolges war anschließend eine unangefochtene Marktführungsposition des Internet Explorers. Diese Tatsache ließ den Internet Explorer aus Überheblichkeit allmählich technisch verkommen; und die Nutzer störte dies wenig.

Auch wenn der Internet Explorer in jüngster Vergangenheit erhebliche Marktanteile an würdigere Mitbewerber abgeben musste, so ist er doch immer noch marktführend.

Genau das ist das Problem beim barrierefreien Webdesign. Das unzulängliche Verhalten des Internet Explorers hinsichtlich gültiger Standards sorgt bei Webdesignern für erhebliche Mehrbeschäftigung.

Wenn eine Internetpräsentation ein standardkonformes Layout erhalten hat, muss der Webdesigner korrigierende Layouts formulieren, die nur für den Internet Explorer gültig sind, und das auch noch von Version zu Version. Erst mit der Version 8 hat Microsoft einen Browser herausgegeben, für den Korrekturen nicht mehr erforderlich sind.

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Der Kostenfaktor


Wie die vorangegangenen Ausführungen ahnen lassen, kann der Umstieg auf ein barrierefreies Internetangebot mit Kosten in unterschiedlicher Höhe verbunden sein.

Wenn Sie beabsichtigen, Ihr Internetangebot sowieso zu aktualisieren, dann sollten Sie diesen Kostenaufwand nicht scheuen, denn den als Nachteile bezeichneten Notwendigkeiten für Ihren Umstieg stehen die viel gewichtigeren Vorteile gegenüber.

Zögern Sie daher nicht, Ihren Internetauftritt barrierefrei zu gestalten!

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Fazit


Die aufgeführten Nachteile, die sich mit einem Umstieg auf ein barrierefreies Internetangebot ergeben, sind nicht eigentlich Nachteile sondern vielmehr Notwendigkeiten, die Sie sich bislang einfach nur gespart haben.

Barrierefreies Webdesign hat keine Nachteile!

Es gibt keinen ersichtlichen Grund, mit dem Umstieg auf ein barrierefreies Internetangebot zu warten. Betrachten Sie den Umstieg als Aktualisierung Ihres bestehenden Internetangebotes und erschließen Sie sich bei Verbesserung Ihrer Chancen einen nicht unerheblich größeren Besucherkreis.

Profitieren Sie von den Vorteilen!

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