HOAI

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Seit 1977 gilt die HOAI als Grundlage für die Leistungen von Ingenieuren und Architekten. Während bislang der Verbraucherschutz im Mittelpunkt stand, wurde mit der HOAI 2009 die Preisbildung zum zentralen Thema.

Buchumschlag der Honorarordnung für Architekten und IngenieureIn den 1970er Jahren wurden Anstrengungen unternommen, die Vergütungsregelungen für Architekten und Ingenieure neu zu regeln. Schwerpunkt bei den Neuregelungen bildeten Aspekte des Verbraucherschutzes.

Als Ergebnis dieser Bemühungen wurde am 1. Januar 1977 die HOAI eingeführt. Sie löste die bis dahin verbindlichen Gebührenordnungen für Architekten und für Ingenieure (die GOA von 1950 und die GOI von 1956) ab.

Seit ihrer Einführung wurde die HOAI mehrfach geändert, substanziell das letzte Mal 2009 mit dem Ergebnis der teilweise freien Verhandelbarkeit 1996 und überhaupt das letzte Mal 2002, hier allerdings nur mit den unveränderten Honorarhöhen, die im Zuge der Währungsumstellung von DM in Euro umzurechnen waren.

Was war und ist die HOAI?

Ersteinmal ist die HOAI verbindliches Preisrecht für Planungsleistungen im Bauwesen. Sie soll einerseits den Architekten und Ingenieuren ein auskömmliches Honorar und andererseits den Bauherren die Qualität der Bauplanungs- und Überwachungsleistungen sichern. Im Zentrum stand als Wettbewerbskriterium also nicht der Preis sondern die Leistung.

Wohin geht die Reise?

Die europäische Marktorientierung führte zu europarechtlichen Bedenken gegen die HOAI, hieß es offiziell. Das bewegte den Gesetzgeber dazu, sich mit einer Neufassung zu beschäftigen.

Feder führend war erstaunlicherweise das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), nicht etwa das Bundesbauministerium (BMVBS). Man stelle sich den Aufschrei der Entrüstung vor, käme das BMWi auf den Gedanken, an den Gebührenodnungen von Anwälten oder gar Ärzten herumschrauben zu wollen.

Nun gut. Das Ergebnis ist entsprechend. Im Februar 2008 legte das BMWi schon den ersten Entwurf für eine neue HOAI vor. Dieser Entwurf wurde von der gesamten Fachwelt – von den Kammern, Verbänden, der Fachpresse und sorgar der Anwaltschaft – durchweg zerissen und folglich im Mai 2008 vom BMWi wieder zurückgezogen. Grundsätzlich überarbeitet, wird die HOAI 2009 schließlich Ende April 2009 vom Bundestag verabschiedet. Der Bundesrat stimmte der Novellierung am 12. Juni 2009 zu.

Am 18. August 2009 trat die HOAI 2009 inkraft.

Unsere Leistungen nach HOAI

Gebäude, Freianlagen und raumbildender Ausbau

Planungsleistungen vom Entwurf über den Bauantrag bis hin zur Betreuung bei der Realisierung von Bauvorhaben werden über das Ingenieurüro erbracht.

Darüber hinaus gehören auch Aufmaßarbeiten oder das Anfertigen von Bestandsunterlagen zum Leistungsumfang.

Gutachten

Das Ingenieurbüro erstattet Gutachten im Wesentlichen zu den folgenden Schwerpunkten:

  • Beweissicherungen im Zusammenhang mit der Durchführung von Neubau- oder Umbauvorhaben zur Abgrenzung von Schadensersatzansprüchen Dritter wegen Bauwerksschäden in der Nachbarschaft,
  • Beweissicherungen zur Bewertung von Schäden an Gebäuden zur Begründung von Schadensersatzansprüchen (Sicherung von Beweisen zur sachverständigen Begründung von Anspruchsvoraussetzungen – insbesondere im Rahmen der gerichtlichen Durchsetzung von Schadensersatz- oder Gewährleistungsansprüchen),
  • Beweissicherungen zur Bewertung von Schäden an Gebäuden zur Abwehr unbegründeter Schadensersatzansprüche (Sicherung von Beweisen zur sachverständigen Begründung der Voraussetzungen der Gegennorm – insbesondere im Rahmen der gerichtlichen Abwehr ungerechtfertigter Schadensersatz- oder Gewährleistungsansprüche),
  • Gutachten zur Bewertung von Feuchtigkeitsschäden an Gebäuden und abzuleitende Sanierungsempfehlungen (Feuchtegutachten),
  • Holzschutztechnische Untersuchungsberichte zur Bewertung der Substanz von verbauten Hölzern und ggf. erforderliche Sanierungsempfehlungen (Holzschutzgutachten),
  • Gutachten im Rahmen des gerichtlichen Beweissicherungsverfahrens (Bestellung zum Sachverständigen beim zuständigen Gericht),
  • Gutachten im Zusammenhang mit den Wartungszyklen von Brückenbauwerken (Brückenprüfungen).

Ingenieurbauwerke und Verkehrsanlagen

Auf dem Gebiet des Brückenbaus können sämtliche erforderlichen Planungsleistungen durch das Ingenieurbüro erbracht werden; vom Entwurf über die Planung, Abstimmungen mit den Behörden, öffentliche Ausschreibung, Vergabeverhandlungen, Überwachung

Im Rahmen der Überprüfung vorhandener Brückenbauwerke erfolgen Bestandsaufnahmen mit Auswertungen zu den festgestellten Zuständen, Empfehlungen zur weiteren Betreuung des Brückenbauwerks, Erarbeiten von Bestandsunterlagen (Pläne) und Brückenbüchern. Im Bedarfsfall erfolgen Nachberechnungen und weitergehende Substanzuntersuchungen (Brückenprüfungen).

Tragwerksplanung

Planungsbegleitende Voruntersuchungen, Aufstellen statischer Berechnungen, Anfertigung von Konstruktionsplänen (Schal- und Bewehrungspläne – CAD), Mengenermittlungen aus den Ergebnissen der Tragwerksplanung, Baubetreuung aus statisch-konstruktiver Sicht.

Im Zusammenhang mit der Tragwerksplanung werden im Bedarfsfall auch die Leistungen der bauphysikalischen Nachweise zum bautechnischen Brandschutz erbracht.

Thermische Bauphysik

Mit der Planung von Vorhaben sind auch die Anforderungen an die thermische Bauphysik zu untersuchen.

Sowohl im Alt- als auch im Neubaubereich sind hierfür die Nachweise gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) zu führen. Dabei werden Einzelbauteile, Bauteilgruppen, Energiebilanzen der Gebäude rechnerisch untersucht und im Detail planerisch umgesetzt.

Im Bedarfsfall erfolgt auch eine Untersuchung des sommerlichen Wärmeschutzes, der insbesondere von Bedeutung bei Bauwerken aus leichten Konstruktionen (z.B. Dachgeschossausbauten, Fertigbauten in Holzständerbauweisen etc.) sein kann.

Schallschutz, Raumakustik

Hierbei erfolgt durch das Ingenieurbüro eine ausschließliche Bearbeitung hinsichtlich des Schallschutzes.

Es werden die erforderlichen Berechnungen für schallschutztechnische Abgrenzungen der Gebäude nach innen (fremde Arbeitsräume, Treppenhäuser, Wohnungen etc.) und nach außen (Außenbauteile) aufgestellt und im weiteren Planungsverlauf detailliert.

Während im Neubaubereich die Belange des Schallschutzes i.d.R. ohne Probleme umsetzbar sind, zeigen die Erfahrungen doch, dass gerade auf dem Gebiet der Altbausanierung und Modernisierung erhebliche Probleme auftreten können, welche regelmäßig übersehen werden (z.B. bei einem geplanten Dachgeschossausbau).

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